Kerndaten im Überblick

Aus rechentechnischen Gründen können die nachfolgenden Tabellen Rundungsdifferenzen enthalten.

Geschäftsentwicklung

31.12.2021

(in Mio. EUR)

31.12.2020

(in Mio. EUR)

Veränderung

(in Mio. EUR)

Veränderung

(in %)

Barreserve

8,0

82,3

-74,2

-90

Handelsaktiva

54,6

170,7

-116,1

-68

Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte

456,3

740,0

-283,6

-38

Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte

1.128,3

1.590,0

-461,6

-29

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

8.580,8

9.679,8

-1.099,0

-11

Positive Fair Values aus Hedge Accounting-Derivaten

258,7

370,5

-111,7

-30

Übrige Aktiva

92,6

100,8

-8,2

-8

Bilanzsumme Aktiva

10.579,5

12.734,0

-2.154,5

-17

Handelspassiva

91,3

87,7

3,6

4

Erfolgswirksam zur Fair Value-Bewertung designierte finanzielle Verpflichtungen

809,0

1.359,6

-550,5

-40

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verpflichtungen

8.567,4

10.078,1

-1.510,7

-15

Negative Fair Values aus Hedge Accounting-Derivaten

405,0

491,0

-86,1

-18

Rückstellungen

5,9

8,5

-2,6

-30

Übrige Passiva

38,9

30,8

8,2

27

Bilanzielles Eigenkapital

661,9

678,3

-16,4

-2

Bilanzsumme Passiva

10.579,5

12.734,0

-2.154,5

-17






Ergebnisentwicklung

2021

(in TEUR)

2020

(in TEUR)

Veränderung

(in TEUR)

Veränderung

(in %)

Zinsüberschuss

98.151

112.587

-14.437

-13

Provisionsüberschuss

-50.486

-59.159

8.674

-15

Ergebnis aus der Fair Value-Bewertung

-11.260

-18.450

7.191

-39

Wertberichtigungsergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten

11.404

-4.933

16.336

< -100

Modifikationsergebnis

363

404

-41

-10

Wertberichtigungsergebnis von nicht finanziellen Vermögenswerten

-131

0

-131

-100

Abgangsergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten

-13

-3.079

3.066

-100

Ergebnis aus Hedge Accounting

-4.327

1.925

-6.251

< -100

Devisenergebnis

31

135

-104

-77

Verwaltungsaufwendungen

-24.380

-29.312

4.932

-17

Laufende Abschreibungen

-6.730

-5.756

-974

17

Sonstiges betriebliches Ergebnis

-16.705

-3.156

-13.549

> 100

Ertragsteuern

0

0

0

-

Ergebnis nach Steuern

-4.082

-8.794

4.712

-54


Aufsichtsrechtliche Kennzahlen

31.12.2021

( in Mio. EUR)

31.12.2020

( in Mio. EUR)

Veränderung

( in Mio. EUR)

Veränderung

(in %)

Gesamtrisikobetrag

2.122,3

2.642,7

-520,4

-20

Kernkapital

630,1

645,9

-15,8

-2

Eigenmittel

630,6

654,7

-24,1

-4

Harte Kernkapitalquote

29,7%

24,4%

5,2%

21

Gesamtkapitalquote

29,7%

24,8%

4,9%

20








Betriebswirtschaftliche Kennzahlen

31.12.2021

31.12.2020

Veränderung

(in %)

Cost-Income-Ratio*

203,8%

103,5 %

97

RoRaC*

-2,1%

-3,5 %

-41


*) Zur Definition der Cost-Income-Ratio (CIR) sowie des RoRaC siehe auch Note (19).

Inhaltsverzeichnis


LAGEBERICHT

NORD/LB Luxembourg S.A. Covered Bond Bank

Internationale Wirtschaftsentwicklung

Entwicklung der Geschäftsfelder

Ratings der NORD/LB Luxembourg S.A. Covered Bond Bank

Ertragslage

Vermögens- und Finanzlage

Risikobericht

Personalbericht

Corporate Governance – Erklärung

Nachhaltigkeitsbericht

Nachtragsbericht

Zukunftsbezogene Aussagen

JAHRESABSCHLUSS („FINANCIAL STATEMENTS“)

Gewinn- und Verlustrechnung

Gesamtergebnisrechnung

Bilanz

Kapitalflussrechnung

Eigenkapitalveränderungsrechnung

Anhang („Notes“)

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

PRÜFUNGSVERMERK



Sehr geehrte Kunden und Geschäftspartner, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NORD/LB Luxembourg S.A. Covered Bond Bank,


wir blicken auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2021 zurück.

Die Covid 19-Pandemie prägte das Jahr 2021 erneut maßgeblich. Auch wir in der NORD/LB CBB mussten uns wiederholt auf das Infektionsgeschehen einstellen und haben die Arbeitsabläufe und -prozesse weiter angepasst. Im Fokus stand dabei, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, die strategische Neuausrichtung der Bank weiter voranzutreiben und gleichzeitig die operative Stabilität sicherzustellen.

Dies konnten wir erfolgreich umsetzen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben durchschnittlich 80 % der Mitarbeiter ihre Tätigkeit aus dem Homeoffice wahrgenommen, ohne dass dies Einfluss auf den täglichen Geschäftsbetrieb hatte.

Gerne möchten wir auch den Blick nach vorne richten. Entlang der strategischen Neuausrichtung der NORD/LB CBB werden wir im Geschäftsjahr 2022 die nächsten Schritte in der Transformation umsetzen. Ab 2022 werden die Emissionstätigkeiten unserer beiden Lettre de Gage Produkte eingestellt und im Rahmen des bestehenden Kreditkooperationsgeschäftes werden keine Neukreditengagements mehr in Luxemburg verbucht.
Die an die Konzernmutter verkauften Services Forderungsankauf und Sales sollen bis zum Jahr 2024 fortgesetzt werden.

Auch im Geschäftsjahr 2022 werden uns neue Herausforderungen erwarten, die wir gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewältigen werden.  Für dieses besondere Engagement gilt ihnen an dieser Stelle ein ganz besonderer Dank.


Thorsten Schmidt

Manfred Borchardt



LAGEBERICHT

NORD/LB Luxembourg S.A. Covered Bond Bank

Die NORD/LB Luxembourg S.A. Covered Bond Bank (im Folgenden „NORD/LB CBB“ oder kurz „die Bank“) mit Sitz in Luxemburg ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale mit Sitz in Hannover, Bremen, Braunschweig und Magdeburg (im Folgenden „NORD/LB“). Die Bank wird in den Konzernabschluss der NORD/LB (im Folgenden „NORD/LB Gruppe“, „NORD/LB Konzern“ oder kurz „Konzern“) einbezogen. Die NORD/LB hat eine Patronatserklärung für die NORD/LB CBB abgegeben. Der Konzernabschluss der NORD/LB ist im Internet unter www.nordlb.de einsehbar.

Der Zweck der NORD/LB CBB besteht im Betreiben aller Geschäfte, die einer Pfandbriefbank nach dem Recht des Großherzogtums Luxemburg gestattet sind. Daneben bestehen die Geschäftsfelder Financial Markets, Loans & Loan Services und Client Services Inhouse.

Der vorliegende Bericht bezieht sich auf den Jahresabschluss der NORD/LB CBB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards („IFRS“) des International Accounting Standards Board („IASB“), wie von der EU implementiert.


Neuausrichtung des NORD/LB Konzerns

Entwicklungen auf Ebene des NORD/LB Konzerns


Zu Beginn des Jahres 2019 sind durch die Träger entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft des NORD/LB Konzerns vorgenommen worden, die dessen Redimensionierung sowie eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells des Konzerns zur Folge haben.

Die Trägerversammlung der NORD/LB GZ hat sich im Februar 2019 grundsätzlich dafür ausgesprochen, eine Kapitalstärkung der NORD/LB GZ gemeinsam mit dem deutschen Sparkassen und Giroverband (DSGV) prioritär zu verfolgen. Am 29. November 2019 erhielt die NORD/LB GZ von den zuständigen Bankaufsichtsbehörden die Bestätigung, dass die Kapitalinstrumente die Voraussetzungen für hartes Kernkapital erfüllen, und die Erlaubnis, diese Kapitalinstrumente als Instrumente des harten Kernkapitals einzustufen.

Nachdem die EU-Kommission am 5. Dezember 2019 die vorgesehenen Maßnahmen zur Kapitalstärkung der NORD/LB GZ als beihilfefrei erklärt hatte und diverse erforderliche Gremien- und Parlamentsbeschlüsse erfolgt waren, konnten die Maßnahmen noch Ende Dezember 2019 umgesetzt werden.

Um das ferner mit den Trägern und der Aufsicht vereinbarte Zielbild 2024 für den NORD/LB Konzern zu erreichen, ist eine tiefgreifende und umfassende Transformation mit einer erheblichen weiteren Vereinfachung der Prozesse und Strukturen erforderlich. Vor diesem Hintergrund wurde eine Neuorganisation der wichtigsten Bankprojekte beschlossen. Die beiden Programme zur Rekapitalisierung und zum Geschäftsmodell des NORD/LB Konzerns wurden mit zusätzlichen Inhalten zur Transformation in eine gemeinsame neue Projektstruktur („NORD/LB 2024“) überführt.

Im Rahmen des Transformationsprogramms NORD/LB 2024 wurde der vollständige Abschluss der Maßnahmenkonzeption bis Ende 2021 angestrebt; bis Ende 2023 sollen alle geplanten Maßnahmen umgesetzt sein. Die Neuausrichtung geht mit einer deutlichen Verkleinerung des NORD/LB Konzerns einher.


Auswirkungen auf die NORD/LB CBB


Vor dem Hintergrund der bestehenden Abhängigkeiten und Verflechtungen zwischen der NORD/LB CBB und der NORD/LB GZ - insbesondere hinsichtlich Liquidität und Refinanzierung, Einhaltung der Gruppenanforderungen an die Kapitalausstattung, Entwicklung des Ratings sowie konzerninterner Steuerung und Organisation, bilateraler Dienstleistungsbeziehungen und konzerninterner Forderungen und Verbindlichkeiten - entfalten die wirtschaftlichen Entwicklungen auf Ebene der NORD/LB GZ wesentliche Implikationen für die Bank.

Infolge des in der Umsetzung befindlichen Transformationsprogramms NORD/LB 2024 wird eine umfassende Redimensionierung der NORD/LB CBB erfolgen. Ein wesentlicher Bestandteil ist hierbei die seitens der Konzernmutter beschlossene Einstellung der Übertragung von Kreditneugeschäften an die NORD/LB CBB, sowie die Einstellung der Emissionstätigkeiten über die beiden bestehenden Lettre de Gage Produkte ab dem Geschäftsjahr 2022.
Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung werden lediglich die Services Forderungsankauf sowie Fixed Income Relationsship Management & Sales Europe bis zum Jahr 2024 weiter fortgeführt.

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2020 wurden sowohl operative Kosten als auch die Anzahl der Mitarbeiter weiter reduziert. Den sich aus den initiierten beziehungsweise geplanten Restrukturierungsmaßnahmen ableitenden finanziellen Belastungen wurde im Geschäftsjahr 2018 und ergänzend im Geschäftsjahr 2020 durch eine angemessene Restrukturierungsrückstellung Rechnung getragen.

Somit wird in der Zukunft ein wesentlicher Schwerpunkt der Tätigkeiten der Bank in der Administration der bestehenden Portfolios und Deckungsstöcke im Ablauf sowie der Sicherstellung der operativen Stabilität liegen. Die NORD/LB CBB bleibt weiterhin integraler Bestandteil des NORD/LB Konzerns inkl. Patronatserklärung.


COVID-19-Pandemie

Einrichtung eines Krisenpräventionsmanagements

Die NORD/LB CBB verfügt über ein etabliertes Business Continuity Management, welches sowohl den Anforderungen der NORD/LB Gruppe als auch denen der Luxemburger Regulatoren entspricht. Im Zuge der COVID-19-Pandemie hat die Bank Anfang 2020 ein Lageteam und einen Krisenstab gebildet. Beide Gremien bestehen aus Vertretern verschiedener Fachbereiche, deren Aufgabe es ist, die Lage fortlaufend zu beobachten, zu bewerten und Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Ziel ist es, zum einen den Gesundheitsschutz der Beschäftigten jederzeit zu gewährleisten und zum anderen die Funktionsfähigkeit der NORD/LB CBB sicherzustellen. Im März 2020 wurde offiziell der Notfallbetrieb aufgenommen und die Luxemburger Bankenaufsicht (CSSF) hierüber informiert. Zum Schutz der Mitarbeiter und im Einklang mit den Anforderungen der CSSF wurden für insgesamt ca. 85 Prozent der Belegschaft die Arbeitsplätze ins „Home Office“ verlegt. Der Notfallbetrieb wurde aufgrund der anhaltenden pandemischen Lage auch in 2021 fortgeführt.

Zu den Maßnahmen im Rahmen des Notfallbetriebs im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie gehören unter anderem:


Alle Maßnahmen werden laufend innerhalb der NORD/LB Gruppe abgestimmt und mit den wesentlichen Dienstleistern und Mietern steht die NORD/LB CBB regelmäßig in Kontakt.

Die Prozesse der NORD/LB CBB waren zu jedem Zeitpunkt stabil, es gab keine Ausfälle.  

Wesentliche weitere Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung werden in Note ((4) Wesentliche Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der NORD/LB CBB) dargestellt.



Internationale Wirtschaftsentwicklung


Weltwirtschaftliches Umfeld


Auch im Jahr 2021 war die Coronavirus-Krise von hoher Bedeutung für die Weltwirtschaft. In den verschiedenen Volkswirtschaften haben Öffnungsschritte, welche die ökonomische Aktivität gestützt haben, und dann wieder folgende Verschärfungen der Maßnahmen im Kampf gegen das Virus im Zeitablauf zu einer gewissen Volatilität des Wirtschaftswachstums geführt. In der Summe sind im Jahr 2021 nach der Schwächephase in 2020 aber klare Erholungstendenzen beobachtbar. So legte das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um immerhin 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. In den USA stiegt das Bruttoinlandsprodukt in 2021 relativ zum Vorjahr sogar um 5,7 Prozent. Diese global beobachtbaren wirtschaftlichen Erholungstendenzen kommen in sehr vielen Ländern inzwischen auch am Arbeitsmarkt an. So ist die US-Arbeitslosenquote im Dezember auf 3,9 Prozent gefallen. Damit nähert sich die Ökonomie der USA inzwischen wieder einem Zustand an, der mit dem Begriff „Vollbeschäftigung“ beschrieben werden kann. Nach einer ausgeprägten Schwäche im Jahr 2020, in der die US-Arbeitslosenquote in der Spitze auf 14,7 Prozent gestiegen war, zeigt sich damit nun eine sehr nachhaltige Besserung der Beschäftigungssituation. In der Tat kämpft die US-Wirtschaft inzwischen sogar schon mit einem Personalmangel, was die Lohnkosten steigen lässt und Implikationen für die weitere Inflationsentwicklung hat. In Deutschland hat die Nutzung des Instruments der Kurzarbeit in der Krise geholfen, eine so negative Entwicklung der Beschäftigungssituation wie in den USA zu vermeiden. Dennoch zeigen sich inzwischen natürlich auch hier klare Tendenzen zu einer Besserung der Lage am Arbeitsmarkt. Im Dezember 2021 ist die deutsche Arbeitslosenquote saisonbereinigt auf 5,2% gefallen.

Global haben sowohl die Geld- als auch die Fiskalpolitiker mit der Umsetzung einer Vielzahl von Maßnahmen gegen die ökonomischen Auswirkungen der Coronavirus-Krise gekämpft. Nicht nur die Europäische Zentralbank und die Federal Reserve haben beispielsweise die Leitzinsen niedrig gehalten und mit Wertpapierkäufen für eine hohe Liquidität an den Finanzmärkten gesorgt. Inzwischen beginnt sich der Wind aber zu drehen. Die auch durch die Lieferkettenprobleme hervorgerufenen Inflationsgefahren zwingen viele Notenbanken mittlerweile zu einem Umdenken. Mit der Bank of England hat inzwischen auch eine der weltweit wirklich „großen“ Zentralbanken das Leitzinsniveau erhöht. Der erste Zinsschritt in London erfolgte sogar noch im Dezember 2021. Das makroökonomische Preisumfeld löst global einen immer stärkeren Handlungsdruck auf die für die geldpolitischen Entscheidungen verantwortlichen Wirtschaftspolitiker aus. Auch die US-Notenbank wird nun beginnen, sukzessive weniger expansive Impulse für die nordamerikanische Wirtschaft auszusenden. Es gibt aus Washington sehr klare Signale, die in die Richtung bald steigender Leitzinsen deuten. Die Europäische Zentralbank zeigt in diesem Zusammenhang noch eine größere Zurückhaltung; aufgrund der Inflationsentwicklung haben inzwischen aber auch in Frankfurt Diskussionen über die weitere Ausrichtung der Geldpolitik im Euroraum begonnen. In diesem Umfeld ist bei der Rendite von US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit im IV. Quartal 2021 zwischenzeitlich sogar die Marke von 1,70% in den Fokus gerückt. Die Verzinsung deutscher Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit notierte Ende Dezember 2021 im Bereich der Marke von -0,20 Prozent. Der US-Dollar konnte zum Ende des Jahres 2021 hin von der Aussicht auf eine bald etwas weniger expansiv ausgerichtete Geldpolitik in Washington profitieren. Gegenüber dem Euro rückte im Dezember entsprechend die Marke von 1,13 USD pro EUR ins Blickfeld. Der Deutsche Aktienindex (DAX) pendelte zum Jahresende knapp unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 16.000 Punkten. Sorgen bezüglich global steigender Leitzinsen sind inzwischen schon ein belastender Faktor für die Dividendenpapiere. Auch die Eskalation im Ukraine-Konflikt hat die globalen Aktienmärkte deutlicher unter Druck gesetzt. Die erhöhte Unsicherheit führte zu steigenden Risikoprämien, was die Kurse der Dividendenpapiere belastet hat. Im Rahmen dieser Bewegung ist der DAX Ende Februar 2022 beispielsweise zwischenzeitlich unter die Marke von 14.000 Zählern gefallen. Die EUR/USD-Basis-Swapspreads verharren in allen Laufzeiten in relativ engen Bandbreiten.


Prognosebericht


Weltwirtschaftlicher Ausblick

Nach Einschätzung der NORD/LB sollte die aktuell beobachtbare Erholung der globalen ökonomischen Aktivität grundsätzlich auch in 2022 anhalten. Aufgrund der im Gesamtjahr 2021 beobachtbaren Stärke des weltweiten Aufschwungs, welche natürlich auch als direkte Konsequenz der vorherigen Schwäche („Rückpralleffekt“) zu werten ist, dürfte sich in vielen Ländern allerdings eine spürbare Abschwächung der Wachstumsdynamik ergeben. Deutschland sollte in diesem Kontext allerdings eine Sonderrolle einnehmen. So rechnet die NORD/LB mit Blick auf Deutschland damit, dass das reale Bruttoinlandsprodukt um mehr als drei Prozent zulegen wird. Ein ähnlich starkes Wachstum dürfte sich auch in den USA zeigen. Das sukzessive zu erwartende Abklingen der Lieferkettenprobleme sollte dem globalen Wirtschaftswachstum perspektivisch helfen können – und zudem die Inflationsgefahren dann wieder dämpfen.

Die Beurteilung der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft wird allerdings noch immer durch eine besonders hohe generelle Unsicherheit erschwert. Abwärtsrisiken für das Basisszenario der NORD/LB könnten sich insbesondere durch die Coronavirus-Krise, durch geopolitische Ereignisse und durch mögliche negative Überraschungen beim Faktor Lieferkettenprobleme ergeben.

Die wichtigen globalen Notenbanken werden auf das aktuelle Inflationsumfeld mit Leitzinsanhebungen und einer grundsätzlichen Straffung ihrer geldpolitischen Ausrichtung reagieren. Die Bank of England ist bereits vorgeprescht und die US-Notenbank wird dem Vorbild der Zentralbank in London zügig folgen. Auch in der Europäischen Zentralbank haben entsprechende Diskussionsprozesse mittlerweile begonnen. Die Notenbank in Frankfurt sollte aber mit Blick auf diesen Punkt zum Nachzügler werden. Der Rentenmarkt preist eine straffere Ausrichtung der Geldpolitik in vielen Währungsräumen inzwischen sehr weitgehend ein. Ähnliches gilt auch für den Devisenmarkt. Mit Blick auf den Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar erwarten wir daher im Basisszenario in 12 Monaten ein Pendeln um die Marke von 1,15 USD pro EUR.


Covered Bond Märkte

Auch im Jahr 2021 wurde die Entwicklung und das Marktgeschehen des Covered Bond-Marktes maßgeblich durch die bereits aus dem Vorjahr bekannten und der pandemischen Lage geschuldeten, regulatorischen und insbesondere geldpolitischen Maßnahmen beeinflusst. Erfreulicherweise hielten sich die teilweise befürchteten negativen Auswirkungen der Pandemieeffekte auf die Kreditqualität der Deckungsstöcke in Grenzen, sodass in 2021 keine dahingehende nachhaltige Verschlechterung der Kreditqualität bei Covered Bonds auszumachen war.

Das vergangene Jahr war erneut durch einige Sonderfaktoren gekennzeichnet, die weiterhin im engen Zusammenhang mit der Coronakrise standen. Am deutlichsten wurde dies durch die weiterhin expansive Geldpolitik der EZB, welche den Banken einerseits mit den TLTRO III-Tendern eine Refinanzierungsalternative mit vergleichsweise extrem attraktive Konditionen zur Verfügung stellte. Andererseits schöpfte die EZB im Rahmen ihrer Ankaufprogramme weiterhin einen nennenswerten Anteil der Primäremissionen ab.

Das Emissionsvolumen im EUR-Benchmarksegment in 2021 erfüllte mit zirka EUR 95 Milliarden die im Vergleich zu den Jahren vor dem Beginn der Pandemie deutlich reduzierten Erwartungen und lag damit in etwa auf Vorjahresniveau. Nach verhaltenem Start konnte der Markt die bis zur Jahresmitte eher schleppende Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte aufholen. Am emissionsstärksten waren mit EUR 22,8 Milliarden beziehungsweise EUR 16,5 Milliarden die Jurisdiktionen Frankreich und Deutschland, gefolgt von Kanada mit EUR 11,5 Milliarden. Im Zuge der Teilnahme an den TLTRO III nahmen Institute in zahlreichen Jurisdiktionen auch Rückgriff auf einbehaltene Covered Bonds, um die eigenen Emissionen als Sicherheiten im Rahmen des ECB Collateral Frameworks für die Tender zu hinterlegen. Insgesamt war auch in 2021 eine erneute Schrumpfung des EUR-Benchmarksegments zu beobachten, da dem vorgenannten Emissionsvolumen insgesamt Fälligkeiten in der Größenordnung von EUR 136,4 Milliarden gegenüberstanden, woraus sich ein Negative Net Supply von EUR 41,8 Milliarden ergab. Erfreulich war zu beobachten, dass trotz der attraktiven Fundingalternativen erneut neue Emittenten im EUR-Benchmarksegment aktiv wurden, was sowohl die Relevanz von Covered Bonds für den Fundingmix, als auch die systemische Relevanz des Produktes für die Emittenten unterstreicht.

Die Entwicklung der Emissions- und Sekundärmarktspreads im vergangen Jahr stand im Zeichen einer anhaltenden Seitwärtsbewegung mit vereinzelten Einengungen. So sorgte die Kombination aus Negative Net Supply und einer hohen Ankaufaktivität des Eurosystems für eine rege Nachfrage, hohe Überzeichnungsquoten und niedrige Neuemissionsprämien bei Primäremissionen.

Weiterhin positiv war die dynamische Entwicklung im ESG-Segment, welches sich auf einem klaren Wachstumskurs befindet. So summierte sich das Emissionsvolumen in 2021 auf EUR 16,3 Milliarden, wobei die grünen Emissionen weiterhin dominieren. Hierbei konnte sich sowohl der Kreis der Emittenten und vertretenen Jurisdiktionen, als auch der der Verwendungszwecke erweitern und dabei das ausstehenden EUR-Benchmarkvolumen steigern.

Nicht ganz planmäßig verlief der Fortschritt bei den für die Covered Bond-Harmonisierung erforderlichen Gesetzesanpassungen auf nationaler Ebene. Obwohl im Allgemeinen insgesamt der Prozess der Verabschiedung der neuen Gesetzeslage in den Mitgliedsstaaten gut vorankam, verfehlte die Mehrheit der nationalen Gesetzgeber die Zielvorgabe zur Umsetzung bis zum 8. Juli 2021. In Luxemburg erfolgte die Gesetzesanpassung ebenfalls mit einer leichten Verspätung am 8. Dezember 2021. Insgesamt sollten die Verzögerungen jedoch einer rechtzeitigen Anwendung der neuen europäischen Covered Bond-Richtlinie bis zum 8. Juli 2022 nicht entgegenstehen.




Entwicklung der Geschäftsfelder


Financial Markets

Das Geschäftsfeld Financial Markets umfasst folgende Teilbereiche:

Financial Markets

Zu den zentralen Aufgaben gehören die Banksteuerung sowie das Deckungsstockmanagement.

Banksteuerung

Financial Markets ist zuständig für das zentrale Management aller Liquiditäts-, Zins- und Währungsrisiken und agiert innerhalb dieser Kernkompetenzen als Dienstleister und Lösungsanbieter für die NORD/LB CBB. Die Steuerung der Wertpapierportfolios, das Funds Transfer Pricing, sowie das Bilanzstrukturmanagement runden das Aufgabenspektrum ab.

Als integraler Bestandteil der NORD/LB Gruppe ist Financial Markets in den entsprechenden Konzerngremien vertreten sowie in konzernweite Abstimmungsprozesse involviert. Financial Markets zeichnet sich durch eine breite Diversifizierung der Refinanzierungsquellen sowie durch eine hohe Flexibilität hinsichtlich Währungen und Laufzeiten aus und leistet, beispielsweise über das gewachsene Netzwerk in der Schweiz, inklusive des Zugangs zu Offenmarktgeschäften der Schweizerischen Nationalbank („SNB“), einen komplementären Beitrag zur Refinanzierung des Kerngeschäfts der NORD/LB Gruppe.

Deckungsstockmanagement

Über die Emission von Lettres de Gage als Unique Selling Proposiotion („USP“) hat die NORD/LB CBB bis Ende 2021 einen wertvollen Beitrag innerhalb der Funding Pipeline der NORD/LB Gruppe geleistet. Das Emissionsgeschäft wird zum 1. Januar 2022 eingestellt. Die Steuerung der beiden Deckungsstöcke erfolgt nach wie vor im Rahmen der bestehenden gesetzlichen sowie regulatorischen Vorgaben.

Fixed Income Relationship Management & Sales Europe

Die Gruppe Fixed Income Relationship Management & Sales Europe ist für die europaweite Vermarktung der Fixed Income Produktpalette der NORD/LB verantwortlich und betreut in diesem Zusammenhang institutionelle Kunden wie Asset Manager, Zentralbanken, den Supra Sovereign Agency Sektor (SSA) und Banken im nicht deutschsprachigen Europa. In enger Kooperation mit dem Konzern werden standardisierte und strukturierte Finanzprodukte vertrieben.

Zielsetzung im standardisierten Produktsegment („Flow-Produkte“) ist die Unterstützung der Primärmarktaktivitäten, die Erhöhung der Umschlagshäufigkeit im Handelsbuch des Konzerns und die geografische Diversifizierung der Refinanzierungsquellen durch das Einwerben von europäischen Investoren über die NORD/LB CBB. Eigene Risiken werden dabei nicht eingegangen.


Geschäftsentwicklung Financial Markets

Neben dem zentralen Management aller Zins-, Liquiditäts- und Währungsrisiken, der Steuerung der Wertpapierportfolios, dem Funds Transfer Pricing sowie dem Bilanzstrukturmanagement werden die Schwerpunkte der Aufgaben in der Erfüllung der Anforderungen an ein Deckungsstockmanagement nach Luxemburger Recht, der Sicherstellung der operativen Stabilität sowie der Aussteuerung aufsichtsrechtlicher Kennzahlen liegen.

Die Sales Aktivitäten sollen bis zum Ende des Jahres 2024 in der NORD/LB CBB fortgesetzt werden.


Loans/Kreditgeschäft in Kooperation

Das Geschäftsfeld „Loans“ bündelt die Aktivitäten im Kreditgeschäft in Kooperation. Die Bank ist erfahrener und effizienter Dienstleister für die Administration und Steuerung bestimmter Kreditkategorien.

Die NORD/LB CBB fokussiert sich zukünftig auf die Kooperation mit dem Geschäftsbereich Firmenkunden im Segment Forderungsankauf der NORD/LB. In diesem Segment fungiert die NORD/LB CBB mit ihrer Expertise als Dienstleister und als „zweites Gesicht am Kunden“. Mit Supply Chain Finance besteht eine überschneidungsfreie und effiziente Kooperation. Die konsequente Nutzung der jeweiligen Stärken und die Kombination der Strukturierungskompetenz in der NORD/LB mit der Umsetzungskompetenz in der NORD/LB CBB haben sich dabei überaus bewährt.

Im übrigen Kooperationskreditgeschäft (Firmenkunden ohne Forderungsankauf sowie Energie- und Infrastrukturkunden) wird der Fokus zukünftig auf der Bestandsbetreuung und/-abwicklung liegen. Neugeschäfte sind hier nicht mehr geplant.

Einzig für das Segment Forderungsankauf ist im Strategiehorizont weiterhin eine Übertragung von Neugeschäft bis 2024 vorgesehen.


Group Services/B2B

Die Spezialbank nutzt bislang ihre leistungsfähige, moderne IT-Infrastruktur und bestehendes Know-How in der Bank, um Services für Dritte anzubieten. Der relevante Markt beschränkt sich dabei auf konzerninterne Einheiten.


Ratings der NORD/LB Luxembourg S.A. Covered Bond Bank

Zum 31. Dezember 2021 lauten die Ratings der NORD/LB CBB wie folgt (*1):

'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'


Im Jahr 2021 kam es zu keinen Ratingänderungen.

*1: Für weitergehende Informationen sowie die aktuellen Ratings siehe Webseite www.nordlb.lu/Rating



Ertragslage

Der Abschluss der NORD/LB CBB zum 31. Dezember 2021 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards („IFRS“) des International Accounting Standards Board („IASB“), wie von der EU implementiert, aufgestellt.

Aus rechentechnischen Gründen können die nachfolgenden Tabellen Rundungsdifferenzen enthalten.

Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung haben sich für die Berichtsjahre 2021 und 2020 wie folgt entwickelt:


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Zinsüberschuss

98.151

112.587

-14.437

Provisionsüberschuss

-50.486

-59.159

8.674

Ergebnis aus der Fair Value-Bewertung

-11.260

-18.450

7.191

Wertberichtigungsergebnis aus nicht erfolgswirksam zum
Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten

11.404

-4.933

16.336

Modifikationsergebnis

363

404

-41

Wertberichtigungsergebnis von nicht finanziellen Vermögenswerten


-131



0


-131

Abgangsergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten

-13

-3.079

3.066

Ergebnis aus Hedge Accounting

-4.327

1.925

-6.251

Devisenergebnis

31

135

-104

Verwaltungsaufwendungen

-24.380

-29.312

4.932

Laufende Abschreibungen

-6.730

-5.756

-974

Sonstiges betriebliches Ergebnis

-16.705

-3.156

-13.549

Ergebnis vor Ertragsteuern

-4.082

-8.794

4.712

Ertragsteuern

0

0

0

Jahresüberschuss

-4.082

-8.794

4.712

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.


Die Ergebniskomponenten stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:


Zinsüberschuss


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Zinserträge

293.355

360.034

-66.679

Zinsaufwendungen

-204.465

-257.011

52.546

Zinsanomalien

9.261

9.564

-304

Zinsüberschuss

98.151

112.587

-14.437

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.

Der Zinsüberschuss belief sich 2021 auf TEUR 98.151 und reduzierte sich um TEUR 14.437. Somit betrug die Entwicklung des Zinsergebnisses im Geschäftsjahr 2021 -13 Prozent, nachdem im Vorjahr eine Verringerung von 7 Prozent zu verzeichnen war.

Wesentliche Effekte innerhalb der Zinserträge ergeben sich neben den Zinserträgen aus Hedgederivaten aus rückläufigen Zinserträgen der Kategorie aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten, innerhalb derer sich die Zinserträge aus Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren um 4 Prozent sowie aus Forderungen an Kunden um 17 Prozent verringerten. Die Reduzierungen innerhalb der vorgenannten Positionen basieren im Wesentlichen auf rückläufigen Beständen der Bank, basierend auf dem Restrukturierungsprozess auf Konzernebene. Zusätzlich belastet innerhalb der Forderungen an Kunden das niedrige Zinsumfeld.

Die Zinsaufwendungen zeigen sich in Summe ebenfalls deutlich rückläufig. Innerhalb des Zinsaufwands sind im wesentlichen Aufwendungen aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verpflichtungen sowie Zinsaufwendungen aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Verpflichtungen rückläufig, was getrieben durch das geringere Volumen der zinstragenden Aktiva auf die damit einhergehenden niedrigeren Refinanzierungs- beziehungsweise derivativen Absicherungsvolumina am Kapitalmarkt zurückzuführen ist.

Für weitere Erläuterungen wird auf Note ((21) Zinsüberschuss und laufende Erträge) im Anhang verwiesen.


Provisionsüberschuss


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Provisionserträge

6.812

6.913

-101

Provisionsaufwendungen

-57.298

-66.072

8.775

Provisionsüberschuss

-50.486

-59.159

8.674

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.

Der Provisionsüberschuss hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum um TEUR 8.674 auf TEUR -50.486 verbessert.

Die Provisionserträge betreffen insbesondere das Kredit- und Avalgeschäft (TEUR 5.031; Vorjahr TEUR 5.449) sowie das Wertpapier- und Depotgeschäft (TEUR 1.770; Vorjahr TEUR 1.244) und zeigen sich in Summe weitestgehend konstant.

Die Provisionsaufwände resultieren insbesondere aus der Margenteilung (Verrechnungspreismodell) des in Kooperation mit anderen Konzerneinheiten der NORD/LB betriebenen Geschäfts (TEUR -34.702; Vorjahr TEUR -38.729) sowie aus dem Kredit- und Avalgeschäft (TEUR -21.804; Vorjahr TEUR -25.997), deren Reduzierung mit dem gesunkenen Geschäftsvolumen sowie rückläufigen Neukreditgeschäften einhergehen. Innerhalb des Provisionsaufwands aus dem Kredit- und Avalgeschäft werden auch die Kosten der Absicherungen von Kreditrisiken (TEUR -3.486; Vorjahr TEUR -6.288) abgebildet, die ebenfalls rückläufig sind.

Darüber hinaus resultieren die Provisionsaufwände vornehmlich aus dem Wertpapier- und Depotgeschäft (TEUR -648; Vorjahr TEUR -719).


Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Handelsergebnis

-10.723

-15.515

4.792

Ergebnis aus verpflichtend erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten

-8.295

-2.454

-5.841

Ergebnis aus zur erfolgswirksamen Fair Value-Bewertung designierten verbrieften Verbindlichkeiten

7.759

-481

8.239

Ergebnis aus der Fair Value-Bewertung

-11.260

-18.450

7.191

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.


Im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten (TEUR -11.260, Vorjahr TEUR -18.450) werden das Handelsergebnis im eigentlichen Sinne sowie das Ergebnis aus Finanzinstrumenten, die verpflichtend oder freiwillig zum Fair Value bewertet werden, ausgewiesen.

Das deutlich negative Handelsergebnis resultiert im Wesentlichen aus negativen temporären Bewertungseffekten von TEUR 11.180 (Vorjahr TEUR 17.957), die sich im Wesentlichen auf Basis-Spread-Effekte von Cross Currency Swaps zurückführen lassen.

Teilweise kompensierend wirkt ein Bewertungsergebnis von TEUR 7.196 (Vorjahr TEUR 4.307) aus dem Kreditderivat aus den durch das Land Niedersachsen zur Absicherung von Verlustrisiken bestimmter Schiffs- und Flugzeugfinanzierungsportfolios erhaltenen Finanzgarantien. Das positive Bewertungsergebnis ist im Wesentlichen auf die geleisteten Garantieprovisionszahlungen innerhalb des Geschäftsjahres sowie die Ausweitung der Credit-Spreads aufgrund einer Veränderung der Berechnungsmethodik zurückzuführen. Für weitere Erläuterungen wird auf die Notes ((2) Erläuterung der bilanziellen Auswirkungen der Garantieverträge aus dem Stützungsvertrag des NORD/LB Konzerns) sowie ((3) Entwicklung des Garantieportfolios zum 31. Dezember 2021 im Anhang verwiesen.

Die übrigen Effekte waren primär marktinduziert.

Das negative Ergebnis aus verpflichtend erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten resultiert im Wesentlichen aus Marktzinsveränderungen im EUR-Bereich (siehe Note ((23) Ergebnis aus der Fair Value-Bewertung)).


Wertberichtigungsergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten inklusive Modifikationsergebnis


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Risikovorsorge für erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte

78

-56

135

Risikovorsorge aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten

10.717

-8.129

18.846

Zuführungen und Auflösungen von Rückstellungen im Kreditgeschäft inkl. Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen

609

3.253

-2.644

Modifikationsergebnis

363

404

-41

Wertberichtigungsergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten inklusive Modifikationsergebnis

11.766

-4.529

16.295

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.

Veränderungen in der Risikovorsorge im Kreditgeschäft führten zu einem positiven Wertberichtigungsergebnis in Höhe von TEUR 11.766 (Vorjahr TEUR -4.529).

Dies resultiert im Wesentlichen aus der fast vollständigen Auflösung des Management Adjustment (MAC-19), welches durch die COVID-19-Pandemie getrieben im vergangenen Geschäftsjahr auf Engagements besonders betroffener Branchen, Sektoren sowie Länder gebildet wurde. Darunter zählten insbesondere Unternehmen der Logistikbranche im Bereich des Hafen- und Flughafenbetriebs, der Hotellerie sowie Staatsanleihen und Gebietskörperschaften.

Das Modifikationsergebnis resultiert in Summe aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen und betrifft mit TEUR 363 (Vorjahr TEUR 404) die Modifikationen von Finanzinstrumenten, für welche die Risikovorsorge auf Basis eines Lifetime Expected Credit Loss ermittelt wurde. Die zugehörigen fortgeführten Anschaffungskosten betrugen vor der Modifikation insgesamt EUR 45,4 Mio. (Vorjahr EUR 43,3 Mio.).


Abgangsergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

-24

-3.079

3.055

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verpflichtungen

11

0

11

Abgangsergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten

-13

-3.079

3.066

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.

Im Berichtsjahr 2021 wurde ein Ergebnis aus dem Abgang finanzieller Vermögenswerte in Höhe von TEUR -13 (Vorjahr TEUR -3.079) generiert. Das Ergebnis resultiert aus geringfügigen Effekten aus Rückkäufen von verbrieften Verbindlichkeiten sowie Ausbuchungen von Forderungen.

Es wurden innerhalb des Geschäftsjahres keine Schuldverschreibung oder Forderungen im Zusammenhang mit einer gruppenweiten Redimensionierung veräußert, was maßgelich für den Rückgang des Ergebnisses verantwortlich war. Im vorherigen Geschäftsjahr belief sich der Abgang innerhalb der finanziellen Vermögenswerte auf EUR 40,0 Mio.


Ergebnis aus Hedge Accounting


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Hedgeergebnis aus gesicherten Grundgeschäften

31.725

-25.704

57.429

Hedgeergebnis aus derivativen Sicherungsinstrumenten

-36.052

27.629

-63.681

Ergebnis aus Hedge Accounting

-4.327

1.925

-6.251

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.

Die Veränderungen im Ergebnis aus Hedge Accounting (TEUR -4.327, Vorjahr TEUR 1.925) resultieren aus Marktzinsschwankungen sowie OIS- und CVA/DVA-Effekten. Diese beiden Effekte treten isoliert bei den Sicherungsgeschäften auf und führen zu geringen Ineffizienzen und somit zu einem nicht ausgeglichenen Ergebnis aus Hedge Accounting.

Darüber hinaus sind Effekte aus Cross Currency Basis-Spreads enthalten, die ebenfalls einseitig in den Sicherungsgeschäften angefallen sind.


Devisenergebnis


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Devisenergebnis

31

135

-104

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.

Das Devisenergebnis zeigt sich bei der Bank generell ausgeglichen, da Währungsrisiken grundsätzlich eliminiert werden. Temporäre und geringe Ineffizienzen in diesem Prozess haben ein geringes Devisenergebnis zu Folge.


Verwaltungsaufwand


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Personalaufwand

-14.384

-18.864

4.481

- Löhne und Gehälter

-12.060

-13.183

1.123

- Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung

-2.283

-2.421

139

- sonstiger Personalaufwand

-41

-3.260

3.219

Andere Verwaltungsaufwendungen

-9.996

-10.447

451

Verwaltungsaufwendungen

-24.380

-29.312

4.932

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.

Der Verwaltungsaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 4.932 reduziert. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen Reduzierungen der Personalaufwendungen aufgrund des sich in der Umsetzung befindlichen mehrstufigen Restrukturierungsprozesses. In 2020 wurde eine Restrukturierungsrückstellung in Höhe von TEUR 3.200 gebildet. Im Geschäftsjahr 2021 war keine weitere Zuführung zur Restrukturierungsrückstellung notwendig.

Innerhalb der anderen Verwaltungsaufwendungen reduzierten sich im Wesentlichen EDV- und Kommunikationskosten (TEUR -5.807; Vorjahr TEUR -6.082) sowie Rechts-, Prüfungs-, Gutachter- und Beratungskosten (TEUR -1.478; Vorjahr TEUR -1.581).


Laufende Abschreibungen

Die planmäßigen linearen Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte erhöhten sich um TEUR 974 auf TEUR -6.730.

Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Verkürzung der Nutzungsdauer ausgewählter IT-Applikationen im Zusammenhang mit der Einführung einer neuen Kernbank-IT innerhalb des NORD/LB Konzerns.

Außerplanmäßige Abschreibungen wurden nicht erfasst.


Sonstiges betriebliches Ergebnis


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Sonstige betriebliche Erträge

7.492

11.483

-3.991

Sonstige betriebliche Aufwendungen

-24.197

-14.639

-9.558

Sonstiges betriebliches Ergebnis

-16.705

-3.156

-13.549

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.

Das sonstige betriebliche Ergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um TEUR 13.549 auf TEUR -16.705 verschlechtert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge resultieren vorwiegend aus der Leistungsverrechnung für ein wesentliches Konzernprojekt (TEUR 6.521, Vorjahr TEUR 5.606) sowie Mieterträgen (TEUR 715, Vorjahr TEUR 718).

Die sonstigen betrieblichen Aufwände beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für die Leistungsverrechnung mit dem Konzern (TEUR 14.119; Vorjahr TEUR 4.864) sowie Abgaben im Zusammenhang mit dem Bankenabwicklungsfonds („Fonds de résolution Luxembourg“ („FRL“)) und dem Luxemburger Einlagensicherungsfonds („Fonds de garantie des dépôts Luxembourg“ („FGDL“)) (TEUR 7.056; Vorjahr TEUR 7.161). Die deutliche Erhöhung der innerkonzernlichen Leistungsverrechnung basiert fast vollständig auf der Kostenbeteiligung der NORD/LB CBB an der Einführung einer neuen Kernbank-IT innerhalb des NORD/LB Konzerns von TEUR 10.521 (Vorjahr TEUR 0).

Weiterhin ist die zu zahlenden Vermögensteuer für das Geschäftsjahr 2021 von TEUR 2.579 (Vorjahr TEUR: 2.250) enthalten.


Ertragsteuern


2021

(TEUR)

2020

(TEUR)

Veränderung*)
(TEUR)

Laufende Steuern

0

0

0

Latente Steuern

0

0

0

Ertragsteuern

0

0

0

*) Das Vorzeichen in der Veränderungsspalte gibt die Auswirkung auf das Ergebnis an.


Aufgrund des Jahresfehlbetrages fallen keine laufenden Ertragsteuern an. Von der Bildung latenter Steuerforderungen im handelsrechtlichen Abschluss hat die Bank nach Maßgabe des IAS 12 abgesehen.


Vermögens- und Finanzlage


31.12.2021

(in Mio. EUR)

31.12.2020

(in Mio. EUR)

Veränderung
(in Mio. EUR)

Barreserve

8,0

82,3

-74,2

Handelsaktiva

54,6

170,7

-116,1

Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte

456,3

740,0

-283,6

Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte

1.128,3

1.590,0

-461,6

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

8.580,8

9.679,8

-1.099,0

Positive Fair Values aus Hedge Accounting-Derivaten

258,7

370,5

-111,7

Übrige Aktiva

92,6

100,8

-8,2

Summe Aktiva

10.579,5

12.734,0

-2.154,5

Handelspassiva

91,3

87,7

3,6

Zur erfolgswirksamen Fair Value-Bewertung designierte finanzielle Verpflichtungen

809,0

1.359,6

-550,5

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verpflichtungen

8.567,4

10.078,1

-1.510,7

Negative Fair Values aus Hedge Accounting-Derivaten

405,0

491,0

-86,1

Rückstellungen

5,9

8,5

-2,6

Übrige Passiva

38,9

30,8

8,2

Bilanzielles Eigenkapital

661,9

678,3

-16,4

Summe Passiva

10.579,5

12.734,0

-2.154,5


Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Stichtag 31. Dezember 2020 von EUR 12.734,0 Mio. um EUR -2.154,5 Mio. auf EUR 10.579,5 Mio. gesunken.

Die Position Handelsaktiva besteht weitgehend aus Derivaten, die nicht für das bilanzielle Hedge Accounting qualifizierten, sich aber in wirtschaftlichen Hedgebeziehungen befinden (EUR 54,6 Mio., Vorjahr EUR 170,7 Mio.) die auch die bilanzielle Abbildung der Sicherungsbeziehung mit dem Land Niedersachsen in Form eines Kreditderivates enthält (EUR 1,0 Mio.). Im vorherigen Geschäftsjahr fand die Abbildung der Sicherungsbeziehung aufgrund des Marktwertes zum 31. Dezember 2020 innerhalb der Handelspassiva statt. Der Marktwert betrug EUR 6,7 Mio.

Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte (EUR 456,3 Mio., Vorjahr EUR 740,0 Mio.) beinhalten zum 31. Dezember 2021 im Wesentlichen verpflichtend erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte aus der Zuordnung des Portfolios „sonstige“ (EUR 453,7 Mio.) sowie aus Forderungen (EUR 2,6 Mio.), die das Zahlungsstromkriterium (SPPI-Kriterium) nicht erfüllen. Die Reduzierung basiert maßgeblich auf fälligen Vermögenswerten des Portfolios „sonstige“ mit einem Nominal in Höhe von EUR 272,5 Mio., wohingegen dem genannten Portfolio keine Neugeschäfte zugeordnet wurden.

Bei den erfolgsneutral zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten handelt es sich ausschließlich um Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (EUR 1.128,3 Mio., Vorjahr 1.590,0 Mio.). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf Fälligkeiten sowie Tilgungen zurückzuführen, die nicht durch Neugeschäfte kompensiert wurden.


Die Position zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte beinhaltet Forderungen an Kunden (EUR 7.032,7 Mio., Vorjahr EUR 7.996,3 Mio.), Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (EUR 1.282,9 Mio., Vorjahr EUR 1.345,0 Mio.) sowie Forderungen an Kreditinstitute (EUR 265,2 Mio., Vorjahr EUR 338,5 Mio.).

Die Forderungen an Kunden bestehen weitgehend aus Kreditforderungen in Höhe von EUR 7.028,7 Mio. (Vorjahr EUR 7.991,4 Mio.). Der Bestandsrückgang resultiert vorwiegend aus dem aktuellen Restrukturierungsprozess auf Konzernebene sowie der anhaltenden COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen rückläufigen Neukreditvergabe.

Der Rückgang der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere ist im Wesentlichen auf Tilgungen und Fälligkeiten zurückzuführen, die ebenfalls nicht durch Neugeschäfte kompensiert wurden.

In den übrigen Aktiva (EUR 92,6 Mio., Vorjahr EUR 100,8 Mio.) stellen die Sachanlagen inklusive der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien (EUR 61,0 Mio.; Vorjahr EUR 63,1 Mio.) neben den immateriellen Wirtschaftsgütern (EUR 23,3 Mio., Vorjahr EUR 27,4 Mio.) die größten Positionen dar. Innerhalb der Position gab es während des Geschäftsjahres 2021 keine wesentlichen Veränderungen.

Die Position Handelspassiva beinhaltet im Wesentlichen Derivate, die sich weitgehend in wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen befinden (EUR 91,3 Mio., Vorjahr EUR 87,7 Mio.).

Die zur erfolgswirksamen Fair Value-Bewertung designierten finanziellen Verpflichtungen (EUR 809,0 Mio., Vorjahr EUR 1.359,6 Mio.) beinhalten ausschließlich begebene Eigenemissionen, die aufgrund eines Accounting Mismatch zum Fair Value designiert wurden. Im Geschäftsjahr wurden keine Lettres de Gage emittiert, die dieser Bewertungskategorie zugeordnet werden. Die Reduzierungen basiert im Wesentlichen auf der Fälligkeiten zweier Eigenemissionen von Nominal USD 650,0 Mio. sowie EUR 150,0 Mio.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verpflichtungen (EUR 8.567,4 Mio., Vorjahr EUR 10.078,1 Mio.) beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (EUR 2.618,8 Mio., Vorjahr EUR 3.490,7 Mio.), Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (EUR 2.821,9 Mio., Vorjahr EUR 2.614,3 Mio.) sowie verbriefte Verbindlichkeiten (EUR 3.126,7 Mio., Vorjahr EUR 3.973,1 Mio.). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen im Wesentlichen aus Geldhandelsgeschäften, durchgeleiteten Krediten, Repogeschäften sowie emittierten Namenspfandbriefen und Schuldverschreibungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bestehen aus Geldhandelsgeschäften und emittierten Lettres de Gage. Innerhalb des Geschäftsjahres wurden keine Lettres de Gage der Kategorien Lettres de Gage publique sowie Lettres de Gage énergies renouvelables emittiert.

Die Ausweitung von Lettres de Gage, die von institutionellen Investoren erworben wurden, konnte im Geschäftsjahr 2021 nicht fortgeführt werden und basiert im Wesentlichen auf der Neuausrichtung des NORD/LB Konzerns und deren Auswirkungen auf die NORD/LB CBB (EUR 1.524,1 Mio.; Vorjahr EUR 2.093,3 Mio.). Die Fristigkeiten liegen dabei zwischen 2021 und 2048. Die verbrieften Verbindlichkeiten (EUR 3.126,7 Mio.; Vorjahr EUR 3.973,1 Mio.) weisen ebenfalls eine rückläufige Entwicklung auf.

Die Rückstellungen enthalten neben den Restrukturierungsrückstellungen (EUR 2,5 Mio., Vorjahr EUR 4,0 Mio.) vorwiegend Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (EUR 2,8 Mio., Vorjahr EUR 3,8 Mio.) sowie Rückstellungen zur Bildung der Risikovorsorge für Kreditzusagen, Finanzgarantien und andere außerbilanzielle Verpflichtungen (EUR 0,1 Mio., Vorjahr EUR 0,3 Mio.). Die Reduzierung der Restrukturierungsrückstellung ist im Wesentlichen bedingt durch die Erfüllung von Verpflichtungen im Zuge des in der Umsetzung befindlichen mehrstufigen Restrukturierungsprozesses der Bank.

Die übrigen Passiva beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuerverbindlichkeiten (EUR 10,4 Mio., Vorjahr EUR 14,7 Mio.).

Das bilanzielle Eigenkapital der Bank beläuft sich zum 31. Dezember 2021 auf EUR 661,9 Mio. (Vorjahr EUR 678,3 Mio.). Innerhalb des Eigenkapitals spiegelt sich insbesondere der Jahresfehlbetrag 2021 wider. Des Weiteren reflektiert die Reduzierung im Wesentlichen die Verringerung des Kreditrisikos von erfolgsneutral zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und die damit einhergehende rückläufige Neubewertungsrücklage. Eine Dividendenausschüttung fand innerhalb des Geschäftsjahres nicht statt.

Die NORD/LB CBB verfügt weder über Niederlassungen, noch hält sie eigene Aktien im Bestand.


Risikobericht

Der Risikobericht der NORD/LB CBB zum 31. Dezember 2021 wurde auf Basis des IFRS 7 erstellt.

Die Bank geht keine nennenswerten Risiken aus komplexen strukturierten Derivaten ein.

Unter Berücksichtigung der Anforderungen gemäß „BCBS 239 – Risikodatenaggregation und Reporting“ erfolgt die Risikoberichterstattung nach dem Management Approach. Interne und externe Risikoberichterstattungen basieren grundsätzlich auf den gleichen Begriffen, Methoden und Daten.


Risikomanagement

Grundlagen

Die Geschäftstätigkeit eines Kreditinstituts ist unabdingbar mit dem bewussten Eingehen von Risiken verbunden. Ein effizientes Risikomanagement im Sinne einer risiko- und renditeorientierten Eigenkapitalallokation ist daher eine zentrale Komponente des modernen Bankmanagements und hat für die NORD/LB CBB seit jeher einen hohen Stellenwert. Das Risikomanagement ist primär auf die Steuerung von Risiken ausgelegt. Das interne Risikoreporting dient der Information der Entscheidungsträger der NORD/LB CBB über die von der Bank eingegangenen Risiken, um die Risiken situativ und strategiegerecht zu steuern und zu überwachen sowie rechtzeitig und angemessen auf besondere Ereignisse reagieren zu können. Bei der externen Risikoberichterstattung steht zusätzlich die Erfüllung rechtlicher Vorschriften im Fokus.

Als Risiko definiert die Bank aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Möglichkeit direkter oder indirekter finanzieller Verluste aufgrund unerwarteter negativer Abweichungen der tatsächlichen von den prognostizierten Ergebnissen der Geschäftstätigkeit. Erwartete Verluste stellen in diesem Zusammenhang folglich kein Risiko im engeren Sinne dar, da sie bereits in der Kalkulation explizit berücksichtigt werden. Zur Deckung von unerwarteten finanziellen Verlusten muss jederzeit Eigenkapital in angemessener Höhe zur Verfügung stehen.

Nach den Regelungen des Aufsichtsrechts müssen Institute über eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation verfügen, die die Einhaltung der vom Institut zu beachtenden gesetzlichen Bestimmungen und der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten gewährleistet. Eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation umfasst unter anderem die Festlegung von Strategien auf der Grundlage von Verfahren zur Ermittlung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit, die sowohl die Risiken als auch das zu deren Abdeckung vorhandene Kapital beinhaltet. Diese gesetzlichen Anforderungen sind für die Bank sowohl im europäischen Recht als auch in der nationalen Gesetzgebung in Luxemburg fest verankert.

Der in der NORD/LB CBB implementierte Risikomanagementprozess besteht aus den Stufen Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikoreporting sowie Risikosteuerung und Überwachung. Er unterliegt einer kontinuierlichen Überprüfung und Weiterentwicklung in enger Abstimmung mit der NORD/LB. Die im Bedarfsfall vorgenommenen Anpassungen umfassen neben organisatorischen Maßnahmen auch eine Verfeinerung bestehender Verfahren der Risikoquantifizierung sowie laufende Aktualisierungen sämtlicher relevanter Parameter. Zur Identifikation von Risiken hat die Bank nach den Mindestanforderungen an das Risikomanagement („MaRisk“) AT 2.2 einen mehrstufigen Prozess zur Herleitung eines Risikoinventars aufgesetzt, das die für die NORD/LB CBB relevanten Risikoarten abbildet sowie zur weiteren Differenzierung zwischen wesentlichen und nicht wesentlichen Risiken unterscheidet. Wesentlich sind in diesem Zusammenhang alle relevanten Risikoarten, die die Kapitalausstattung, die Ertragslage, die Liquiditätslage oder das Erreichen von strategischen Zielen der Bank wesentlich beeinträchtigen können.

Das Risikoinventar wird mindestens jährlich sowie anlassbezogen überprüft (Risikoinventur) und bei Bedarf angepasst.

Als Ergebnis der letzten Risikoinventur gelten weiterhin die folgenden Risiken als wesentlich: Adressrisiko, Marktpreisrisiko, Liquiditätsrisiko und Operationelles Risiko. Zusätzlich werden die Geschäfts- und Strategischen Risiken aufgrund der signifikanten Auswirkungen des Transformationsprogramms NORD/LB 2024 auf die NORD/LB CBB wie im Vorjahr ebenfalls als wesentlich eingestuft. Als relevant gelten die folgenden Risiken: Reputationsrisiko, Immobilienrisiko und Pensionsrisiko. Korrespondierend zum Aufsichtsrecht werden ESG- (Environmental-/ Social/ Governance-) Risiken nicht als eigene Risikoart aufgefasst. Das Verständnis der NORD/LB CBB zu ESG-Risiken umfasst Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Klima/ Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der Bank haben können. Innerhalb der NORD/LB CBB stellen die ESG-Risiken keine eigenständige Risikoart dar, sondern werden als Risikotreiber betrachtet. Als solche finden sie Eingang in den Risikomanagementprozess über die im Rahmen der Risikoinventur als relevant eingestuften Risikoarten.


Risikomanagement - Strategie

Der verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken bildet die oberste Leitlinie der Geschäftspolitik der NORD/LB CBB. Die formulierte Risikostrategie, welche in die Risikostrategie der NORD/LB Gruppe integriert ist, steht daher im Einklang mit dem Geschäftsmodell und der Geschäftsstrategie. Sie wird mindestens jährlich überprüft. In der Risikostrategie der Bank werden die einzelnen Risikoarten der Geschäftsfelder über eine Geschäftsfeld-Risikoarten-Matrix sowie die zugehörigen Risikoteilstrategien und die Vorgaben hinsichtlich der Allokation des Risikokapitals fixiert. Entsprechend legt die Risikostrategie die Risikobereitschaft und den Umgang mit den wesentlichen Risikoarten zur Umsetzung des Geschäftsmodells fest.

Das konzerneinheitliche Risikotragfähigkeitsmodell (RTF-Modell) repräsentiert als Gesamtbanksteuerungsinstrument das operative Verfahren zur Steuerung und Limitierung der wesentlichen Risiken sowie der Reserve für sonstige Risiken. In Verbindung mit den festgelegten Eskalationsprozessen unterstützt das RTF-Modell die laufende Sicherstellung der Angemessenheit der Kapitalausstattung im Kontext des Risk Appetite Frameworks (RAF) der Bank. Entsprechend Textziffer 39 des EZB-Leitfadens zum ICAAP (Internal Capital Adequacy Assessment Process) liegt dem RTF-Modell die Prämisse der Unternehmensfortführung zugrunde. Der Fortführungsgedanke wird unter anderem durch den Ausschluss von zusätzlichem Kernkapital sowie Ergänzungskapital aus der ökonomischen Risikodeckungsmasse sichergestellt. Die Steuerung der normativen Perspektive erfolgt unter der Zielsetzung, dass sämtliche internen und externen Kapitalanforderungen über einen Zeithorizont von drei Jahren eingehalten werden. In diese Zielsetzung fließen ökonomischen Risikopotenziale über eine Projektion der SREP(*2)-Kapitalanforderung ein.

Die internen Vorgaben der Risikostrategie betreffend den Risikoappetit sowie die Allokation des Risikokapitals werden innerhalb der RTF-Berichterstattung in Form von Ampelsignalen operationalisiert und überwacht. Die operative Steuerung und Begrenzung der Risiken erfolgt auf der Grundlage eines quantitativen Limitsystems.

Die Risikostrategie zielt auf ein effizientes Management aller wesentlichen Risikoarten sowie der Reserve für sonstige Risiken und deren transparenten Darstellung gegenüber dem Vorstand, den Aufsichtsorganen und sonstigen Dritten mit berechtigtem Interesse ab. Hiervon ausgehend verfügt die NORD/LB CBB auf operativer Ebene über eine Vielzahl von weiteren Instrumenten, welche eine hinreichende Transparenz über die Risikosituation gewährleisten und die erforderliche Limitierung und Portfolio-Diversifizierung steuer- und überwachbar gestalten. Diese Instrumentarien werden in der schriftlich fixierten Ordnung der Bank detailliert beschrieben.

Die Risikostrategie der NORD/LB CBB wurde in 2021 überprüft und angepasst.

*2: SREP – Supervisory Review and Evaluation Process



Risikomanagement - Struktur und Organisation

Die Verantwortung für das Risikomanagement trägt der Vorstand der NORD/LB CBB, der auch die Risikostrategie festlegt. Nach Beschluss der Risikostrategie durch den Vorstand wird diese mit dem Aufsichtsrat der Bank erörtert und durch diesen genehmigt.

Darüber hinaus trägt der Vorstand auch die Verantwortung für die Überwachung und Umsetzung der Risikostrategie. Er wird hierbei vom Chief Risk Officer („CRO“) als Vertreter der Risikokontrollfunktion unterstützt, der dafür verantwortlich ist, dass alle Einheiten der Bank die Gesamtheit der Risiken, denen das Institut ausgesetzt ist oder sein könnte, antizipieren, identifizieren, messen, weiterverfolgen, überwachen und melden. Durch die Einrichtung spezifischer Gremien/ Ausschüsse zur Bündelung und Überwachung risikorelevanter Entscheidungen wird der Vorstand bei der Entscheidungsfindung unterstützt.

Das „Luxembourg Risk Committee“ („LRC“) unterstützt den Vorstand im Rahmen der Risikosteuerung durch die Aussprache von Handlungsempfehlungen. Der Handlungsrahmen des LRC wird durch die Geschäfts- und Risikostrategie der Bank gesetzt. Das LRC tagt mindestens viermal im Verlauf eines Jahres.

Zentrale Aufgabe des Asset Liability Committee („ALCO“) ist die Definition von Rahmenbedingungen für die Steuerung der Marktpreis- und Liquiditätsrisikopositionen sowie der Kredit- und Anlagebücher der Bank. Das ALCO erarbeitet unter Beachtung der (aktuellen) Marktlage und deren Auswirkung auf die Liquiditäts- und Fundingsituation der Bank Handlungsempfehlungen als Entscheidungsbasis für den Vorstand. Das ALCO tagt ebenfalls mindestens viermal im Verlauf eines Jahres.

Das IKS der Bank basiert auf den Anforderungen der Bankenaufsicht („EZB“ in Verbindung mit der Luxemburger Aufsichtsbehörde „CSSF“), im Wesentlichen mittels aktualisiertem Rundschreiben CSSF 12/552 beziehungsweise seit 1. Januar 2021 im Rundschreiben CSSF 20/759 definiert. Die Funktion des IKS-Beauftragten ist in der Gruppe HR & Organisation verankert.

Das Risikomanagement wird einer kontinuierlichen Überprüfung und Weiterentwicklung unterzogen. Dabei wendet die Bank die einheitlichen Methoden der NORD/LB Gruppe an. Eventuelle Anpassungen umfassen organisatorische Maßnahmen, die Änderung von Verfahren der Risikoquantifizierung sowie die laufende Aktualisierung relevanter Parameter.

Die risikobezogene Organisationsstruktur sowie die Funktionen, Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen der an den Risikoprozessen beteiligten Bereiche sind bis auf Mitarbeiterebene klar und eindeutig definiert. Eine organisatorische Trennung zwischen Markt- und Risikomanagementfunktionen ist bis einschließlich der Ebene des Vorstands etabliert.

Die Verantwortung für die Umsetzung des in der NORD/LB gültigen RTF-Modells, die laufende Überwachung der Einhaltung sowie die regelmäßige Überprüfung der Risikostrategie obliegen der Organisationseinheit (OE) Risk Control & Strategy der Bank.

Die risikoorientierte und prozessunabhängige Prüfung der Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements ist Aufgabe der internen Revision. Zu ihren Zielen zählt die Überwachung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftstätigkeit. Weiterhin fördert sie die Optimierung der Geschäftsprozesse sowie der Steuerungs- und Überwachungsverfahren.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der gruppenweiten Überwachungsinstrumente arbeiten die internen Revisionen der NORD/LB und der NORD/LB CBB auf Basis einer einheitlichen Revisionspolicy und einer Bewertungsmatrix für Prüfungsfeststellungen eng zusammen. In diesem Zusammenhang wurden auch institutsübergreifende Kompetenzcenter gebildet, die komplexe fachliche Themen ausarbeiten und Prüfungen in den Instituten durchführen.

Die Compliance-Funktion der Bank ist dafür verantwortlich, die Compliance-Risiken innerhalb der Bank zu identifizieren und zu bewerten. Sie ist dafür verantwortlich zu gewährleisten, dass die Anforderungen bezüglich des ICAAP, insbesondere aus dem Rundschreiben CSSF 07/301 und dessen Addenda-Rundschreiben, in voller Konformität von der Bank erfüllt werden. Die Compliance-Charta der Bank beschreibt, welche Aufgaben und Verantwortungen definiert wurden.

Neben der Compliance-Funktion und der internen Revision ist die Risikokontrollfunktion gemäß aktualisiertem CSSF Rundschreiben 12/552 ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements. Mit Genehmigung der CSSF wird in der NORD/LB CBB die Funktion des CRO im Sinne des aktualisiertem CSSF Rundschreibens 12/552 durch den Leiter Risk Control & Strategy wahrgenommen. Der CRO ist dabei unmittelbar dem Marktfolgevorstand unterstellt. Die Hauptaufgabe der Risikokontrollfunktion besteht darin, die Einhaltung aller internen Vorschriften und Verfahren, die in ihren Aufgabenbereich fallen, zu überprüfen, regelmäßig deren Angemessenheit mit Blick auf die Aufbau- und Ablauforganisation, die Strategien, Geschäftsaktivitäten, Risiken des Instituts sowie die einschlägigen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben zu bewerten und dem Vorstand beziehungsweise dem Aufsichtsrat diesbezüglich direkt Rechenschaft abzulegen. Die Ergebnisse dieser Überprüfung münden in einem jährlich zu erstellenden Bericht der Risikokontrollfunktion.

Der Umgang mit neuen Produkten, neuen Märkten, neuen Vertriebswegen, neuen Dienstleistungen und deren Variationen ist im Rahmen des Neue-Produkte-Prozesses („NPP“) geregelt. Wesentliches Ziel des NPP ist es, dass alle potenziellen Risiken für die Bank im Vorfeld der Geschäftsaufnahme aufgezeigt, analysiert und bewertet werden. Damit verbunden sind die Einbindung aller erforderlichen Prüfbereiche sowie eine Dokumentation der neuen Geschäftsaktivitäten, deren Behandlung im operativen Gesamtprozess, der Entscheidungen zur Geschäftsaufnahme sowie gegebenenfalls der damit verbundenen Restriktionen.

Alle Verfahren und Zuständigkeiten, die für den Risikomanagementprozess von Relevanz sind, sind in der schriftlich fixierten Ordnung (sfO) der NORD/LB CBB dokumentiert.

Weiterführende Aussagen zur Struktur und Organisation des Risikomanagements finden sich in den folgenden Teilabschnitten zu Struktur und Organisation je Risikoart.


Risikomanagement - Risikotragfähigkeitsmodell

Das konzerneinheitliche Risikotragfähigkeitsmodell bildet die methodische Grundlage für das Monitoring der Einhaltung der Risikostrategie der NORD/LB CBB. Die Überwachung erfolgt durch die OE Risk Control & Strategy der Bank.

Gegenstand des Risikotragfähigkeitsmodells, welches als RACE (Risk Appetite Control Engine) bezeichnet wird, bildet der regelmäßige quantitative Abgleich

Im Rahmen dieses Abgleichs erfolgt, ergänzend zu der aggregierten Risikobetrachtung, auch eine Überwachung der risikostrategischen Vorgaben in Form von Limiten auf Ebene der jeweiligen wesentlichen Risikoarten sowie für die Reserve für sonstige Risiken.

Der kontinuierliche ICAAP ist auf die Sicherstellung der dauerhaften Überlebensfähigkeit der Bank sowie der NORD/LB Gruppe ausgerichtet. Das Ziel ist die qualitative und quantitative Beurteilung und Sicherstellung der Angemessenheit der Kapitalausstattung mittels umfangreicher kurz- und mittelfristiger Beurteilungen unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven, welche nachfolgend beschrieben werden.

Leitbild der normativen und ökonomischen Perspektive im RTF-Modell ist die Fähigkeit zur Unternehmensfortführung auf Basis des bestehenden Geschäftsmodells bei Einhaltung sowohl externer als auch interner Anforderungen und laufender Abdeckung der normativen und ökonomischen Risiken. Direkte Steuerungsimpulse erwachsen sowohl aus der normativen als auch ökonomischen Perspektive des Risikotragfähigkeitsmodells.

Als sogenannte „ICAAP-Frühwarnschwellen“ für die Kapitalquoten fungieren in der normativen Perspektive die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen gemäß Artikel 92 CRR zuzüglich der SREP-Kapitalanforderung sowie aufsichtsrechtlicher und interner Kapitalpuffer. In der ökonomischen Perspektive wird das Risikokapital auf der Grundlage eines Maximalkalküls mit Nebenbedingungen ermittelt. Die Nebenbedingungen konkretisieren sich dabei sowohl in externen Kapitalanforderungen (aufsichtsrechtliche Mindestanforderungen inklusive SREP-Aufschlag zuzüglich Puffer) als auch internen Vorgaben (Management Puffer). Für die Ermittlung der verfügbaren Risikodeckungsmasse werden die ökonomischen Risikopotenziale auf der Grundlage des Maximalkalküls simulativ sukzessive erhöht. Diese Erhöhung impliziert über die Rückkopplung mit den regulatorischen Risikopotenzialen eine Reduktion der Kapitalquoten. Die Ermittlung ist abgeschlossen, wenn eine vordefinierte Mindestschwelle (Risikoappetit) für die harte Kernkapitalquote erreicht ist. Diese Mindestschwelle setzt sich zusammen aus den aufsichtsrechtlichen Anforderungen gemäß Artikel 92 CRR zuzüglich der SREP-Kapitalanforderung, wobei letztere in der NORD/LB CBB einem Wert von null Prozent entspricht.

Ausgehend vom Risikokapital in der ökonomischen Perspektive wird das Limitkapital definiert, welches über die risikostrategischen Vorgaben auf die einzelnen Risikoarten allokiert wird. Gemäß Beschluss des Vorstands der NORD/LB CBB wurde das Limitkapital per 30. September 2021 auf 100 Prozent des Risikokapitals festgelegt (vorher 90 Prozent). Diese Änderung geht mit folgender Modellanpassung einher: Das konzerneinheitliche Risikotragfähigkeitsmodell wurde ebenfalls zum 30. September 2021 dahingehend angepasst, dass für die Reserve für sonstige Risiken nun nicht mehr 10 Prozent des Risikokapitals als Puffer vorgehalten werden sondern dass diese Reserve direkt in die risikostrategische Allokation aufgenommen und als eigenständige Position in das Risikopotenzial der ökonomischen Perspektive einbezogen wird. Die Berechnung der Reserve für sonstige Risiken erfolgt jährlich im Rahmen der Risikoinventur.

Die von Risk Control & Strategy ermittelten Ergebnisse des Risikotragfähigkeitsmodells fließen in den monatlichen Gesamtrisikobericht ein. Dieser dient als zentrales Instrument der Risikoberichterstattung auf Gesamtbankebene gegenüber dem Vorstand und den Aufsichtsgremien. Die Einhaltung der Vorgaben der Risikostrategie zum Risikoappetit und zur Allokation des Risikokapitals auf die wesentlichen Risikoarten sowie für die Reserve für sonstige Risiken wird hiermit regelmäßig überprüft. Die Gesamtrisikoberichte zu den Quartalsstichtagen sind darüber hinaus fester Bestandteil der regelmäßig stattfindenden Sitzungen des Aufsichtsrats der Bank.

In Verbindung mit den etablierten Teilprozessen zur Risikosteuerung, Risikoüberwachung und Risikoberichterstattung innerhalb des Risikomanagementprozesses ist gewährleistet, dass die zuständigen Gremien der NORD/LB CBB zeitnah über die Risikotragfähigkeit der Bank informiert werden.

Bei der Ermittlung der Risikotragfähigkeit werden auch Risikokonzentrationen berücksichtigt. Risikokonzentrationen stellen im Verständnis der Bank Häufungen von Risikopositionen dar, die bei Eintreten bestimmter Entwicklungen oder eines bestimmten Ereignisses in gleicher Weise reagieren. Entsprechend der strategischen Ausrichtung ergeben sich Konzentrationen innerhalb einer Risikoart vornehmlich aus Kreditrisiken (als Unterkategorie der Adressrisiken) und können auf Kreditnehmer, Länder und Branchenebene auftreten.

Hinsichtlich der Identifizierung und Überwachung von Risikokonzentrationen greift die Bank auf verschiedene Limitmodelle und Stresstestings zurück. Die Stresstestbetrachtungen erfolgen in der Regel risikoartenübergreifend und beinhalten in der Konsequenz Annahmen über Diversifikation und Konzentration innerhalb einzelner (intrarisikospezifisch) und zwischen (interrisikospezifisch) den betrachteten wesentlichen Risikoarten. Des Weiteren werden sogenannte inverse Stresstests durchgeführt. Bei inversen Stresstests wird untersucht, welche Ereignisse das Institut in seiner Überlebensfähigkeit gefährden könnten. Die Überlebensfähigkeit ist dann als gefährdet anzunehmen, wenn sich das ursprüngliche Geschäftsmodell als nicht mehr durchführbar beziehungsweise tragbar erweist. Dies erfolgt in der NORD/LB CBB grundsätzlich über sukzessive Verschärfungen bestehender Szenarien bis zur Überschreitung der seitens des Vorstands definierten kritischen Schwellenwerte für ausgewählte Kennzahlen.

Zum 30. Juni 2021 wurde das Stresstestprogramm der Bank um neue konzerneinheitliche adverse Szenarien erweitert, welche die Auswirkungen adverser Entwicklungen auf die Risikotragfähigkeit über mehrere Perioden analysieren und welche gemäß Umsetzung der CRD V in luxemburgisches Recht (Gesetz vom 20. Mai 2021) zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit limitiert werden. Neben der Risikotragfähigkeit (normativ und ökonomisch) werden die Auswirkungen dieser adversen Szenarien auf sämtliche steuerungsrelevanten Kapital-, Liquiditäts- und Ertragskennzahlen der Bank betrachtet. Die adversen Szenarien ersetzen den bisher etablierten Stresstest Globale Rezession.

Die adversen Szenarien sind Bestandteil des jährlichen Mittelfristplanungsprozesses und bilden gemeinsam mit dem Basisszenario der Mittelfristplanung die zukunftsgerichtete Kapitalplanung der Bank ab. Basis des gesamten Planungsprozesses – Baseline und Adverse – ist ein umfangreiches makroökonomisches Prognose-Set über den Planungshorizont, welches von der volkswirtschaftlichen Abteilung der NORD/LB definiert wird. Die adversen Szenarien haben in ihren Ausprägungen einen unterschiedlichen Schweregrad. Die regulatorische Anforderung, einen sehr schweren konjunkturellen Abschwung zu modellieren, wird mit diesen Szenarien automatisch abgedeckt. Die adversen Szenarien werden quartalsweise aktualisiert und an den Vorstand sowie den Aufsichtsrat der Bank berichtet.

*3: Ausnahme Geschäftsrisiko: Überwachung anhand ausgewählter Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung.

Risikomanagement - Entwicklung im Jahr 2021

Die Risikotragfähigkeit der NORD/LB CBB in der normativen und ökonomischen Perspektive per 31. Dezember 2021 und zum Vergleichsstichtag 31. Dezember 2020 kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

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Die Risikotragfähigkeit der Bank war zum 31. Dezember 2021 wie auch im gesamten Jahresverlauf gegeben. Durch die Berücksichtigung der Reserve für sonstige Risiken im Risikopotenzial der ökonomischen Perspektive liegt das Risikopotenzial in Summe geringfügig über dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere die Marktpreisrisiken sind erheblich gesunken. Das Risikokapital zeigt sich im Vergleich zum 31. Dezember 2020 infolge der Reduzierung der stillen Lasten um EUR 21,0 Mio. leicht erhöht. Im Ergebnis ist der Auslastungsgrad per 31. Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 42,2 Prozent gesunken.

Die harte Kernkapitalquote hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2020 um 5,3 Prozentpunkte auf 29,7 Prozent verbessert. Ursächlich hierfür ist die deutliche Reduzierung der regulatorischen Risikopotenziale, insbesondere aufgrund von Kreditfälligkeiten sowie der Einstellung der Übertragung von deckungsstockfähigem Kreditgeschäft seitens der Konzernmutter.

Die Vorgaben der Risikostrategie hinsichtlich der maximal zulässigen Limitauslastung auf Ebene der wesentlichen Risikoarten werden zum 31. Dezember 2021 ebenfalls eingehalten.


Adressrisiko

Im Hinblick auf die Adressrisiken erfolgt konzerneinheitlich die konsolidierte Betrachtung von Kredit- und Beteiligungsrisiken. Beteiligungsrisiken besitzen für die NORD/LB CBB jedoch keine strategische Bedeutung.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist Bestandteil des Adressrisikos und untergliedert sich in das klassische Kreditrisiko und das Adressrisiko des Handels. Das klassische Kreditrisiko bezeichnet die Gefahr, dass aufgrund des Ausfalls oder der Bonitätsverschlechterung eines Kreditschuldners ein Verlust eintritt. Das Adressrisiko des Handels bezeichnet die Gefahr, dass aufgrund des Ausfalls oder der Bonitätsverschlechterung eines Schuldners beziehungsweise eines Vertragspartners bei Handelsgeschäften ein Verlust eintritt. Es gliedert sich in das Ausfallrisiko im Handel, das Wiedereindeckungs-, das Settlement- und das Emittentenrisiko:

Neben dem originären Kreditrisiko besteht bei grenzüberschreitenden Transaktionen das Länderrisiko (Transferrisiko). Es beinhaltet die Gefahr, dass trotz Fähigkeit und Willigkeit der Gegenpartei, den Zahlungsansprüchen nachzukommen, ein Verlust aufgrund übergeordneter staatlicher Hemmnisse entsteht. Außerdem fällt unter das Kreditrisiko das Wrong-Way Risk, das aus einer positiven Korrelation zwischen der Ausfallwahrscheinlichkeit des Kontrahenten und dem Risiko des betroffenen Finanzinstruments resultiert.

Das Beteiligungsrisiko ist ebenfalls Bestandteil des Adressrisikos. Es bezeichnet die Gefahr, dass aus der Zurverfügungstellung von Eigenkapital an Dritte Verluste entstehen. Darüber hinaus ist ein potenzieller Verlust aufgrund von sonstigen finanziellen Verpflichtungen Bestandteil des Beteiligungsrisikos, sofern er nicht bei anderen Risiken berücksichtigt wurde.


Kreditrisiko - Strategie

Die NORD/LB CBB firmiert als Spezialbank für Pfandbriefe. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben besteht das Pfandbriefbankgeschäft in der Kreditvergabe an bestimmte Schuldner sowie in der Refinanzierung durch Ausgabe von Pfandbriefen. Dabei stehen die Kreditvergabe und das Portfoliomanagement von in Luxemburg deckungsstockfähigen Assets im Fokus, das heißt, insbesondere Assets, die für den Deckungsstock eines „Lettre de Gage publique“ sowie eines „Lettre de Gage énergies renouvelables“ qualifizieren und in Deutschland nach der deutschen Gesetzgebung jedoch nicht deckungsstockfähig sind.

Das Kreditgeschäft wird im Wesentlichen in Kooperation mit der NORD/LB ausgeübt. Hier besteht eine langjährige erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Komplementär zum Geschäft der deutschen Pfandbriefemittenten des NORD/LB Konzerns wurden bislang die nach Luxemburger Kriterien deckungsstockfähigen Engagements aus der NORD/LB Gruppe in der NORD/LB CBB gebündelt.

Die Produktpalette umfasst das klassische Kreditspektrum in allen gängigen Währungen. Die Servicepalette beinhaltet das gesamte Spektrum rund um das Thema Kreditbetreuung und –verwaltung, inklusive der Übernahme der Facility Agent-Funktion. Neben dem klassischen Kreditgeschäft hat sich die Bank insbesondere auf Forderungsankäufe (Einzel- und Poolankäufe) spezialisiert.

In Zusammenhang mit der laufenden Transformation des NORD/LB Konzerns wurde in der NORD/LB im Rahmen des Programms NORD/LB 2024 entschieden, das aktiv aus der NORD/LB CBB heraus betriebene Pfandbriefgeschäft ab dem Jahr 2022 einzustellen. Im Zuge dessen ist der Übertrag von deckungsstockfähigem Kreditgeschäft an die NORD/LB CBB seitens der Konzernmutter zunächst erheblich reduziert und inzwischen vollständig eingestellt worden. Einzig für das Segment Forderungsankauf ist im Strategiehorizont weiterhin Neugeschäft bis 2024 vorgesehen.


Kreditrisiko - Struktur und Organisation

Entsprechend den Anforderungen der luxemburgischen Bankenaufsicht sind die Prozesse im Kreditgeschäft durch eine klare aufbauorganisatorische Trennung der Bereiche Markt und Marktfolge bis einschließlich der Ebene des Vorstands gekennzeichnet.

Der Marktbereich (OE Financial Markets und OE Loans) führt im Rahmen vorgegebener Limite das operative Finanzierungsgeschäft für Kunden, Objekte und Projekte national wie international durch. Er ist primär für die Kernaufgaben Akquisition (auch in Zusammenarbeit mit der NORD/LB) und Vertrieb verantwortlich. Der Marktbereich verantwortet das Erstvotum, ist für die Konditionsgestaltung zuständig und trägt die Ergebnisverantwortung.

Im Marktfolgebereich sind Analyseaufgaben und die Risikobeobachtung angesiedelt, welche durch die OE Credit Risk & Business Data Management wahrgenommen werden. Weiterhin verantwortet diese Einheit das Zweitvotum bei Kreditentscheidungen.

Die übergreifende Kreditrisikosteuerung des Portfolios nimmt der Vorstand wahr. Er wird dabei durch das LRC unterstützt, das die Verbindung zwischen Einzelkreditentscheidung und Portfolio-Steuerung sowie eine risikoartenübergreifende Betrachtung herstellt.

Das Kreditrisikomanagement der Bank basiert auf den Konzepten der NORD/LB und wird kontinuierlich nach betriebswirtschaftlichen und aufsichtsrechtlichen Kriterien weiterentwickelt sowie gegebenenfalls den institutsspezifischen Besonderheiten angepasst.


Kreditrisiko - Steuerung und Überwachung

Zur Beurteilung des Kreditrisikos einzelner Kreditnehmer wird durch die NORD/LB im Rahmen der erstmaligen beziehungsweise jährlichen Bonitätsbeurteilung sowie anlassbezogen für jeden Kreditnehmer ein Rating beziehungsweise eine Bonitätsklasse ermittelt und der NORD/LB CBB zur Verfügung gestellt. Die dabei zum Einsatz kommenden Ratingmodule wurden entweder im Rahmen von diversen Projekten der Sparkassen- und Landesbanken-Kooperation entwickelt oder sind Eigenentwicklungen der NORD/LB.

Zur Steuerung der Risiken auf Einzelgeschäftsebene wird für jeden Kreditnehmer im Rahmen der operativen Limitierung ein spezifisches Limit festgelegt, welches den Charakter einer Kreditobergrenze hat. Die wesentlichen Parameter zur Ableitung dieses Limits sind die Bonität des Schuldners, ausgedrückt durch eine Ratingnote, sowie die ihm zur Verfügung stehenden freien Mittel zur Bedienung des Kapitaldienstes.

Risikokonzentrationen und Korrelationen auf Portfolioebene werden im Rahmen der Quantifizierung des Kreditrisikopotenzials im Adressrisikomodell abgebildet. Zudem werden Risikokonzentrationen durch Länder- und Branchenlimite auf Portfolioebene sowie im Rahmen des Limitmodells Large Exposure Management auf Basis von Gruppen verbundener Kunden begrenzt. Die Limitierung orientiert sich an der Risikotragfähigkeit der Bank.

Die unabhängige Überwachung des Portfolios hinsichtlich strategischer und operativer Vorgaben verantworten die Marktfolgeeinheiten Credit Risk und Business Data Management sowie Risk Control & Strategy der NORD/LB CBB.

Die Steuerung des Kreditportfolios erfolgt risikoorientiert. Im Hinblick auf das frühzeitige Erkennen von Krisensituationen werden im Rahmen des Risikomanagementprozesses strukturierte Verfahren und Prozesse zur standardisierten Sammlung von risikorelevanten Informationen und ihre Transformation in Gegensteuerungsmaßnahmen eingesetzt. Im Kontext des Kreditrisikos existieren sowohl auf Portfolio- als auch auf Einzelkreditnehmerebene entsprechende Prozesse, Systeme und Vorgaben zur frühzeitigen Identifizierung von Risiken. Unter Berücksichtigung bestehender Risikolimitierungen erfolgt auf der Basis dieser standardisierten Infrastruktur die Ableitung qualitativer Frühwarnindikatoren zur Erkennung von Krisensituationen und Einleitung von Maßnahmen zur Risikobegrenzung.


Schattenbanken

Gemäß Rundschreiben CSSF 16/647 sind hinsichtlich der Überwachung von „Forderungen an Schattenbanken“ entsprechende Prozesse in der Bank implementiert. Die Identifizierung von Schattenbanken erfolgt in der NORD/LB CBB über ein konzerneinheitliches, checklistenbasiertes Auswahlverfahren.

Zur Festlegung und Steuerung der Limitierungen für Schattenbanken wird zwischen „Fallback und Principal Approach“ unterschieden. Alle Schattenbanken, für die kein umfangreicher Einblick über die finanzielle Situation des Kreditnehmers vorliegt, „fallen“ unter die Säule 1 (Meldewesen) und unterliegen der Obergrenze für Großkredite („Fallback Approach“). Das Limit für Forderungen gegenüber Schattenbanken nach Fallback Approach wird gemäß European Banking Authority (EBA) durch die Großkreditgrenze festgelegt und entspricht 25 Prozent der anrechenbaren Eigenmittel. Die Überwachung erfolgt durch die OE Finance.

Die übrigen Schattenbanken werden dem Hauptansatz, „Principal Approach“ (Säule 2, Risikomanagement), zugeordnet und sind entsprechend in ihrer Gesamtheit sowie einzeln zu limitieren. 2021 lag das Exposure-Limit für Schattenbanken im Principal Approach in der NORD/LB CBB bei EUR 354,8 Mio. Auf Einzelkreditnehmerebene galt ein Limit in Höhe von EUR 7,1 Mio.

Die Überwachung und Berichterstattung der Limitauslastung für Schattenbanken erfolgt durch die OE Risk Control & Strategy über den quartalsweisen Gesamtrisikobericht. In 2021 war in der NORD/LB CBB kein anrechenbares Exposure aus Schattenbanken vorhanden.


Verbriefungen

2021 ist die NORD/LB CBB keine Risiken aus Verbriefungen eingegangen. Der Abschluss von Verbriefungstransaktionen steht nach wie vor nicht im strategischen Fokus der NORD/LB CBB.


Beteiligungen

Wie im Vorjahr verfügt die NORD/LB CBB über keine Beteiligungen. Das Eingehen neuer Beteiligungen ist weiterhin nicht Bestandteil der Geschäftsstrategie der Bank.


Kreditrisiko - Bewertung

Die Quantifizierung der Kreditrisiken erfolgt über die Risikokennzahlen Expected Loss und Unexpected Loss. Der Expected Loss wird auf Basis einjähriger Ausfallwahrscheinlichkeiten unter Berücksichtigung von Recovery Rates beziehungsweise sich daraus ergebender Verlustquoten ermittelt.

Der Unexpected Loss für das Kreditrisiko wird in der NORD/LB CBB über das konzerneinheitliche Adressrisikomodell für unterschiedliche Konfidenzniveaus und einen Zeithorizont von einem Jahr quantifiziert. Das von allen Einheiten der NORD/LB Gruppe genutzte Adressrisikomodell bezieht Korrelationen und Konzentrationen in die Risikobewertung mit ein und ermöglicht eine konsolidierte Betrachtung von Kredit- und Beteiligungsrisiken. Letztere sind für die NORD/LB CBB nicht relevant.

Das Adressrisikomodell ermittelt den unerwarteten Verlust auf Ebene des Gesamtportfolios. Das verwendete Modell basiert auf dem Modell CreditRisk+. Über korrelierte Sektorvariablen werden systematische Brancheneinflüsse auf die Verlustverteilung abgebildet. Die Schätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten („Probability of Default“ – „PD“) stützt sich auf die internen Ratingverfahren. Die Verlustquoten („Loss Given Default“ – „LGD“) werden transaktionsspezifisch festgesetzt.

Das Adressrisikomodell arbeitet mit einem Simulationsverfahren, das auch spezifische Abhängigkeiten der Kreditnehmer untereinander, zum Beispiel auf Basis von Konzernstrukturen, einkalkuliert. Zusätzlich zu den Schäden aus Ausfällen werden Schäden berücksichtigt, die durch Ratingmigrationen entstehen können.

Das Adressrisikomodell unterliegt einer jährlichen Überprüfung und Validierung. Die Methoden und Verfahren zur Risikoquantifizierung werden innerhalb der als wesentlich definierten Unternehmen der NORD/LB Gruppe abgestimmt, um eine Einheitlichkeit in der NORD/LB Gruppe zu gewährleisten. Das laufende Risikomanagement und -controlling erfolgt für die NORD/LB CBB durch die OE Risk Control & Strategy und die OE Credit Risk & Business Data Management der Bank unter Berücksichtigung der institutsspezifischen Besonderheiten.

Für die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung für Kreditrisiken wendet die NORD/LB CBB den auf internen Ratings basierenden Basisansatz („IRBA“) an. Eine Ausnahme bilden wenige Portfolios, für die der Kreditrisiko-Standardansatz („KSA“) Anwendung findet. Die Bank besitzt über die NORD/LB die Zulassung für deren Ratingsysteme sowie für die Anwendung von Kreditrisikominderungstechniken.


Kreditrisiko - Berichterstattung

Die OE Risk Control & Strategy verfasst als Teil des Managementinformationssystems quartalsweise auf Ebene der NORD/LB CBB einen ausführlichen Gesamtrisikobericht für den Vorstand sowie für die Mitglieder des LRC, um bestehende Risiken beziehungsweise Risikokonzentrationen frühzeitig transparent zu machen und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen einzuleiten. Die Gesamtrisikoberichte werden darüber hinaus in den Sitzungen des Aufsichtsrats besprochen.

Der Gesamtrisikobericht stellt grundsätzlich auf ökonomisch ermittelte Risikokennziffern („Expected Loss“, „Unexpected Loss“) ab und besitzt somit einen direkten Bezug zur Risikotragfähigkeitsperspektive.

Neben einer detaillierten Darstellung des Kreditportfolios nach Geschäftsfeldern, Ratingklassen, Branchen und Regionen enthält der Bericht quantitative und qualitative Analysen zu ausgewählten Kreditnehmern und Einzelengagements. Die Entwicklung regulatorischer Kennzahlen ist ebenso Gegenstand des Berichts wie kreditrisikospezifische Stresstests.

Zusätzlich erhalten der Vorstand und die Mitglieder des LRC von der OE Credit Risk & Business Data Management weitere regelmäßige und anlassbezogene Berichte über das Kreditportfolio der Bank, zum Beispiel zu Risikokonzentrationen bei Kreditnehmereinheiten, Länder- und Branchenkonzentrationen sowie zu anmerkungsbedürftigen Engagements („Credit Risk Watchlist“).


Kreditrisiko - Entwicklung im Jahr 2021

Der maximale Ausfallrisikobetrag für bilanzielle und außerbilanzielle Finanzinstrumente beträgt zum Berichtsstichtag EUR 11,1 Mrd. und hat sich im Jahr 2021 um 18,8 Prozent beziehungsweise EUR 2,6 Mrd. reduziert. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus einem geringeren Kreditvolumen (Forderungen an Kunden sowie unwiderrufliche Kreditzusagen) sowie Fälligkeiten von Wertpapieren (Finanzanlagen).